Sie ist eine der wenigen Ausbildungsstätten für Musikinstrumentenbauer auf der Welt: die Orgelbaufachschule der Oscar-Walcker-Schule auf dem Römerhügel. Grund genug für den Förderverein „Musik an der Stadtkirche”, dort vorbeizuschauen. Und das Interesse war groß, heißt es in einer Mitteilung. Der Vereinsvorsitzende Professor Siegfried Bauer konnte viele Mitglieder zu diesem Besuch begrüßen. Zuerst gab Orgelbauer und Studienrat Niclas Schieder eine Einführung in die Geschichte und die Aufgaben der vom Kreis Ludwigsburg getragenen Schule. Auch wenn das Ausbildungszentrum neun verschiedene Schularten in sich vereint, die alle viel größer als die Orgelbauschule sind, so zeigt schon die Benennung der Gesamtschule nach dem berühmten Ludwigsburger Orgelbaumeister Oscar Walcker, dass der Orgelbau im Konzert der Berufsfelder eine nicht unwichtige Rolle spielt.

Hochinteressant war die Besichtigung der Instrumentenausstellung, heißt es in der Mitteilung weiter. Vom Meisterstück des Orgelbaumeisters Marcus Kaul, der heute die Orgelbauschüler und Meisterschüler unterrichtet, bis zu historischen und modernen Cembali, Clavichorden, Hammerklavieren und Orgeln reicht die informative Sammlung. In der Pfeifenwerkstatt erläuterte Orgelbaumeister Marcus Kaul, wie die Bleche für die Metallpfeifen aus Zinn und Blei gegossen und die Pfeifen dann von Hand geformt und gelötet werden.

Schließlich wurden die Besucher in die Werkstatt geführt, in der sich auch eine große Orgel befindet, die aus vielen gebrauchten und neuen Teilen und Registern zusammengefügt wurde und an der die Schüler und Meisterschüler immer noch weiterbauen.

Das anschließende gesellige Beisammensein in der Werkstatt rundete den gelungenen Schulbesuch aufs Beste ab. (red)

aus: Ludwigsburger Kreiszeitung, 25.07.2017